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Kenia - Sabaki

Die Sabaki Primary School ist das Ursprungsprojekt unseres Vereins. Es handelt sich um eine staatliche Dorfschule mit Vorschulteil.

Die Schule befindet sich im Dorf Sabaki, welches ganz in der Nähe der Küsten- und Touristenstadt Malindi liegt. Die Schule wird ausschließlich von Kindern des Dorfes besucht. Zum Beginn unserer Unterstützung besuchten ca. 460 Kinder die Schule, inzwischen hat sich die Schülerzahl mehr als verdoppelt. Es handelt sich offziell um eine christliche Schule, die jedoch von Kindern jeden Glaubens besucht werden kann und auch tatsächlich besucht wird.

Die Kinder werden von staatlichen Lehrern in den Fächern: Mathematik, Naturwissenschaft, Landeskunde, Religion, Geschichte, Englisch, Kiswahili und Kultur unterrichtet. Die jüngeren Kinder, Klasse 1-4, haben täglich von 8-12Uhr Unterricht, die Älteren (Klasse 4-8) von 8 bis 16Uhr. Es gibt keine Mittagsversorgung in der Schule, die meisten Kinder gehen in der einstündigen Mittagspause nach Hause.
Vor allem die unteren Klassenstufen sind sehr groß, es gibt nicht genügend Schulmaterialien und nicht alle Kinder haben eine Bank zum Sitzen. All das führt dazu, dass der Unterricht vor allem aus der mündlichen Wiedergabe von Lehrinhalten im Chor besteht. Die Lehrer der Schule geben sich viel Mühe, dennoch ist es keine einfache Aufgabe hier zu unterrichten. Statistiken zur Schule untermalen diese Tatsachen zusätzlich.

Die Schule hat keinen Stromanschluss und verfügt nur über einen Wasseranschluss, der zusätzlich von den Dorfbewohnern genutzt wird. Leider ist immer wieder auch gar kein fließendes Wasser vorhanden, dann müssen die Bewohner sich das Wasser vom ca. 3km entfernten Sabaki Fluss holen. In der Regenzeit hingegen gibt es ebenfalls Probleme, denn die nicht asphaltierten Lehmstraßen können die großen Wassermengen nicht aufnehmen und die Wege werden unpassierbar. In beiden Situationen wird den Schülern und Lehrern der Schulbesuch sehr erschwert. Da die Bewohner Sabakis Bildung jedoch als ein wertvolles Gut betrachten, bemühen sie sich sehr trotzdem das Beste aus der Situation zu machen.

Die kenianische Regierung bezahlt die Lehrer und stellt Schulbücher in einem gewissen Umfang bereit, weitere Rahmenbedingungen werden jedoch nicht geschaffen. Zum Teil sind die Gebäude in einem schlechten Zustand, es gibt nicht genügend Schulbänke und Schulmaterialien.

Unser Verein versucht genau in diesen Bereichen zu helfen. Wir haben es uns zum Ziel gesetzt, den Kindern Sabakis bessere Bedingungen zu schaffen. Das geschieht zum Teil durch finanzielle Unterstützung beim Ausbau und der Renovierung der Gebäude oder dem Kauf von Materialien, beinhaltet aber auch Aufklärung und beratende Unterstützung sowie die Initiierung von Selbsthilfeprojekten.

Das Dorf Sabaki, in dem sich unsere Schule befindet, liegt nur 10km entfernt von der Touristenstadt Malindi. Malindi ist neben Mombasa und Lamu, die beliebteste Stadt für europäische, vor allem italienische und deutsche, Touristen. Es handelt sich um eine Küstenstadt, ca. 150km nördlich von Mombasa mit schneeweißen Stränden und Korallenriffs. Leider konnten in den letzten 5 Jahren viele Gebäude und Einrichtungen nicht gepflegt werden, da in Folge der allgegenwärtigen Angst vor Terrorismus viele Touristen fern blieben.

Sabaki ist von Malindi aus zu Fuß oder mit Hilfe eines Matatus (Kleinbus) erreichbar. Das Dorf liegt im Landesinneren am Fuße des Sabaki/Galana Flusses, dem zweitgrößten Fluss Kenias. Die Schule befindet sich auf einem Hügel etwa 1km vom Fluss entfernt.
Im Dorf gibt es keine Stromversorgung und die Wasserversorgung ist völlig unzureichend. An der Schule und an einem weiteren Platz befindet sich ein Wasserhahn. Die Menschen bezahlen pro 10-Liter-Kanister einen Kenianischen Schilling. Leider ist die Wasserversorgung nicht zuverlässig, so dass immer wieder auf das keimreiche Wasser des Flusses zurückgegriffen werden muss. Das stellt für die Menschen, insbesondere für Kinder und Alte, ein enormes gesundheitliches Risiko dar.
Außerdem gibt es im Dorf zwei provisorische Kirchen sowie ein paar kleine Läden und Verkaufsstände, die Waren aus der Stadt gewinnreich verkaufen. Da keiner der Dorfbewohner ein Fahrzeug besitzt und nur wenige ein Fahrrad, ist der Weg nach Malindi jedoch so zeitaufwendig, dass viele auf diese Läden angewiesen sind.
Fast alle Bewohner des Dorfes gehören dem Stamm der Giriama an. In Kenia gibt es insgesamt über 40 verschiedene Stämme, die sich grob in Kuschiten (arabischen Ursprungs), Niloten (Nomaden, z.B. Maasai) und Bantu (Bodenbauern) unterteilen lassen. Die Giriama gehören zu den Bantustämmen. Sie haben eine eigene Sprache und siedeln ausschließlich in der Küstenregion zwischen Mombasa und Lamu. Vielen Touristen sind sie durch traditionelle Tanzdarbietungen bekannt. Zudem sind sie für ihre großen Heilkünste berühmt, die zu einem großen Teil bis heute erhalten sind. Auch in Sabaki gibt es solch einen Heiler, ein Krankenhaus dagegen gibt es im Dorf nicht.
Die meisten Bewohner des Dorfes sind Christen . Sie zelebrieren das Christentum stark und viele sind in der Gemeinde, die von einem einheimischen Pfarrer geleitet wird, aktiv. Während man in Malindi auch viele Muslime findet, sind sie in Sabaki eine absolute Minderheit. Trotzdem sind auch sie anerkannt, der Unterschied zwischen den Religionen ist hier nicht so groß, denn auch traditioneller Glauben spielt eine Rolle.
Ihren Lebensunterhalt verdienen die meisten Bewohner Sabakis nur schwerlich und unregelmäßig. Die jüngeren Männer sind häufig in der Stadt im Tourismusbereich beschäftigt oder bieten Dienstleistungen, wie den Transport auf Fahrrädern, an. Seitdem die Touristen weniger werden, hat sich die Situation vieler Familien gravierend verschlechtert. Einige Familien besitzen am Ufer des Sabaki-Flusses etwas Land und bepflanzen es mit Früchten, die sie in der Stadt verkaufen. Die Frauen leisten besonders viel. Sie versorgen die Kinder und Alten, machen den Haushalt und bereiten die Mahlzeiten zu, was in Kenia wesentlich aufwendiger ist, als bei uns. Zudem verdienen sie oftmals ein wenig Geld mit dem Verkauf von zubereitetem Essen, der Herstellung von Kleidung, Körben oder ähnlichem. Auch die Feldarbeit wird in vielen Familien ausschließlich von den Frauen verrichtet. Die Kinder befinden sich die meiste Zeit des Tages in der Schule. Morgens und abends werden aber auch sie in die alltäglichen Arbeiten mit eingebunden, sie holen Wasser, hüten das Vieh oder helfen beim Kochen und Wäsche waschen. Mädchen sind auch hier sehr viel mehr gefordert als Jungen.
Da im Dorf keine Stromversorgung vorhanden ist, enden viele Arbeiten mit Einbruch der Dunkelheit um 18Uhr. Danach wird gekocht und im Hof gesessen. Da die Lehmhütten sehr klein und dunkel sind, findet nahezu das gesamte Leben im Freien statt. Die Giriama leben in Großfamilien von drei Generationen, jeder sorgt für jeden. Leider befindet sich dieses System auch hier in Auflösung, denn durch die hohe Arbeitslosigkeit sind viele junge Männer gezwungen die Dörfer zu verlassen. Kommunikation ist dann fast unmöglich und die Familienbande lösen sich langsam.

Die wichtigsten Erfolge und Ereignisse der letzten Jahre kurz zusammengefasst:

- Sanierung des Daches des größten Schulgebäudes
- Erneuerung von Fußböden in den Klassenzimmern
- Bau eines neuen Gebäudes mit 4 Klassenräumen
- Kauf und Bau von über 150 Schulbänken
- Errichtung von Tafeln
- Kauf von 1500 Schulbüchern
- Kauf von Materialien für den Fachunterricht, wie Landkarten, Atlanten
- Verteilung über 650kg Sachspenden, in Form von Schulmaterialien, Sportgeräten und Kleidung
- Errichtung und Ausstattung einer Schulbibliothek
- Erweiterung der Latrinen
- Vermittlung zahlreicher Patenschaften für Schüler

Zudem gab es im Dorf inzwischen Seminare zu Menschenrechten und Demokratie, die von den Bewohnern selbst organisiert wurden. Infolge dessen haben sich Frauen- und Männergruppen gegründet. Diese Form der Organisation unterstützen wir durch Beratung und in Zukunft eventuell auch finanziell.

Die Sabaki-Schule selbst hat in den letzten Jahren durch selbst gesammelte Spenden die fehlenden Fußböden renoviert und einen Teil der Gebäude verputzt und bemalt.